Programm 2026 *

Erkenntnisse von Branchenexperten und Marktteilnehmern

15. Juni 2026 - Abendveranstaltung

Networking-Event mit feinem Essen, leckeren Getränken und Entertainment

Wir laden Sie herzlich ein, den Abend des 15. Juni 2026 mit uns in der REISERS Genussmanufaktur zu verbringen! Stimmen Sie sich schon hier auf die Veranstaltung ein! Kommen Sie miteinander ins Gespräch und tauschen Sie sich über aktuelle Themen der Zerspanungsbranche aus. Genießen Sie intensives Networking in stimmungsvoller Atmosphäre!

16. Juni 2026 - Fachtagung im Vogel Convention Center Würzburg

Check in & Welcome Coffee im Ausstellungsbereich

Eröffnung & Begrüßung, Vorstellung der Agenda und Ziele

Frauke Finus

Leitende Redakteurin blechnet

Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt 

Keynote

Stahl-Blogger: „Vom digitalen Nobody zur Personal Brand“

  • Vortragsbeschreibung

    Wie wird man in einer klassischen Industrie wie der Stahlbranche auf LinkedIn sichtbar? In meinem Vortrag erzähle ich meine persönliche Reise: vom digitalen Nobody zum „Stahl-Blogger“ #ManwithSteel zu einer klaren Personal Brand - die ich für mein Business nutzen kann.


    Der Vortrag richtet sich an alle, die zeigen möchten, dass auch Industrie, Stahl und Technik spannende Geschichten erzählen können – und wie man diese digital sichtbar macht.

Heinz Peter Pülzl

Heinz Peter Pülzl

Thyssenkrupp Materials Austria

Schwerpunkt: Technik und Digitalisierung – im Doppel zum Erfolg

Erfolgreich digitalisieren: Analyse von Produktion und Logistik mit Digitalen Zwillingen für eine fundierte und kostenorientierte Planung

  • Vortragsbeschreibung

    Die Digitalisierung industrieller Wertschöpfungssysteme eröffnet enorme Potenziale, bringt Unternehmen jedoch zugleich vor neue Herausforderungen: steigende Systemkomplexität, wachsende Datenmengen, zunehmende Abhängigkeiten zwischen Fertigung, Logistik und Planung sowie der Anspruch, Entscheidungen schneller und wirtschaftlich fundierter zu treffen. Klassische Planungs- und Optimierungsansätze stoßen dabei häufig an ihre Grenzen, da sie das Gesamtsystem nur unzureichend abbilden können.

    Digitale Zwillinge bieten hier einen wirkungsvollen Lösungsansatz. Sie verbinden reale Produktions- und Logistikdaten mit detaillierten Simulationsmodellen und ermöglichen so eine durchgängige, dynamische Sicht auf Maschinen, Materialflüsse, Lager, Personal und Kostenstrukturen. Im Vortrag wird gezeigt, wie digitale Zwillinge als zentrales Werkzeug eingesetzt werden können, um Transparenz zu schaffen, Wechselwirkungen sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen.

    Anhand eines konkreten Praxisbeispiels wird demonstriert, wie Kennzahlen wie Durchsatz, Zykluszeiten, Auslastung und OEE assetgenau analysiert, Engpässe identifiziert und unterschiedliche Planungs- und Steuerungsszenarien simuliert werden können. Darauf aufbauend lassen sich Produktions- und Logistikkonzepte optimieren, Bestände und Lagerflächen reduzieren sowie Personal- und Investitionsentscheidungen kostenorientiert absichern.

Michael Werbs

Michael Werbs

ANDRITZ Schuler Pressen

Profilieren neu gedacht – Vom Umformverfahren zum intelligenten Wertschöpfungssystem

  • Vortragsbeschreibung

    Walzprofilieren zählt zu den effizientesten kontinuierlichen Umformverfahren und verarbeitet einen signifikanten Anteil der weltweiten Stahlproduktion. Doch in Zeiten steigender Energie- und Rohstoffkosten, wachsender Variantenvielfalt und zunehmender Nachhaltigkeitsanforderungen muss auch dieses etablierte Verfahren weitergedacht werden. Der Vortrag zeigt, wie sich Profilieren vom klassischen Umformprozess hin zu einem integrierten, intelligenten Wertschöpfungssystem entwickeln kann. Digitale Prozesse, simulationsgestützte Werkzeugentwicklung und flexible, schlüsselfertige Anlagenkonzepte eröffnen neue Freiheitsgrade in Produktgestaltung, Effizienz und Ressourcenschonung. Anhand intelligenter Komponenten und praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wie moderne Profilieranlagen Produktivität, Materialeinsatz und Durchlaufzeiten signifikant optimieren können. Ziel ist es, Perspektiven für eine nächste Generation der Profiliertechnologie zu eröffnen und Impulse für eine nachhaltige, hochleistungsfähige Umformung zu setzen.

Effizienz in der Warmumformung

  • Vortragsbeschreibung

    Wir stellen Ihnen eine hochmoderne Laserschneidlinie vor, die bereits mit über 30 Referenzanlagen weltweit erfolgreich im Einsatz ist. Ergänzt wird das System durch eine vollautomatisierte Warmumformlinie, die eine effiziente und reproduzierbare Serienfertigung ermöglicht. Eine in die Linie integrierte 100%-Qualitätskontrolle gewährleistet höchste Prozesssicherheit und konstante Bauteilqualität im laufenden Betrieb. Abgerundet wird das Konzept durch ein intelligentes Autorecking-System, bei dem Scanner und Robotik die Bauteile automatisch erfassen und präzise in Warenträger ab-stapeln. Damit bietet die Gesamtanlage eine zukunftsweisende Lösung für eine durchgängige, automatisierte und qualitätsgesicherte Produktion.

Gerald Schulz

Gerald Schulz

Fagor Arrasate Deutschland

Ganzheitliche Effizienzsteigerung im Schwenkbiegen

  • Vortragsbeschreibung

    Variantenvielfalt steigt, Lieferzeiten sinken, Qualitätsanforderungen wachsen und gleichzeitig fehlen Fachkräfte. In vielen Betrieben entsteht ein Engpass: Rüstaufwand, Prozessunsicherheit und manuelle Programmierung kosten 

    wertvolle Zeit und treiben Stückkosten nach Oben. 


    Der Vortrag zeigt, wie Schwenkbiegemaschinen in einer Qualitätsorientierten und kostenkritischen Produktion erhebliche Produktivitätspotenziale freisetzen. Im Zentrum steht das RAS-Portfolio u. a. XLTbend, UpDownCenter, Multibend-Center. Dieses steht für automatisierte Biegeabläufe, effiziente Rüstkonzepte und intuitive Bediensysteme, die selbst bei kleinen Losgrößen hohe Wiederholgenauigkeit und stabile Qualität ermöglichen. Besonders der Up/Down-Biegevorgang, automatisierte Werkzeugwechselkonzepte, intelligente Kantverfolgung sowie softwaregestützte Offline-Programmierung werden als Hebel für Prozesssicherheit und Durchsatz beleuchtet. 


    Ergänzend geht es um digitale Assistenzsysteme, smarte Steuerungen und vernetzte Monitoringfunktionen: transparente Datenflüsse, automatisierte Programmgenerierung und Monitoring-Ansätze reduzieren Ausschuss, senken Rüstzeiten und steigern die Gesamtanlageneffektivität messbar. 


    Anhand praxisnaher Use Cases aus unterschiedlichsten Branchen wird demonstriert, wie Anwender mit RAS-Technologie ihre Fertigungskapazitäten ausbauen, Prozesskosten nachhaltig senken und gleichzeitig die Qualitätsstabilität erhöhen. Der Vortrag vermittelt einen klaren, strategischen Überblick, wie RAS als 

    Technologieführer im Schwenkbiegen Unternehmen auf dem Weg zu einer skalierbaren, digital integrierten und zukunftssicheren Blechbearbeitung unterstützt, von der Einzelmaschine bis zur hochautomatisierten Biegelösung.

Thomas Berger

Thomas Berger

RAS Reinhardt Maschinenbau

Kaffeepause und Besuch der Fachausstellung

Hochleistungs-Platinenzuführung: Flexibilität und Geschwindigkeit in der Pressenlinienbeschickung

  • Vortragsbeschreibung

    Die Anforderungen an moderne Presswerke steigen stetig: Kürzere Zykluszeiten, ein wachsender Materialmix aus Stahl und Aluminium sowie die Notwendigkeit maximaler Flexibilität bei der Teilevielfalt verlangen nach innovativen Zuführlösungen. In diesem Vortrag wird das hochmoderne Platinenentstapelungs- und Zuführungssystem (Front Of Line) der Schweizer Güdel AG vorgestellt, das speziell für die Beschickung von High-Speed-Tandempressenlinien entwickelt wurde. Der Fokus liegt auf den technologischen Lösungen, die Rüstzeiten minimieren und den Durchsatz erhöhen. Ein Kernstück ist die vollautomatische Einrichtung an unterschiedliche Blechgrössen und -Formaten, um eine effiziente und schnelle Entstapelung der Platinen zu gewährleisten. Besonderes Augenmerk wird auf die Verarbeitung unterschiedlicher Materialien und Formen gelegt. Durch den Einsatz von zwei Scherenhubtischen pro Stapelwagen können Einzel- und Doppelplatinen simultan verarbeitet werden – selbst bei variierenden Platinenstärken, Stapelhöhen und Anzahl von Platinen. Auch die Herausforderung nicht-magnetischer Materialien wird adressiert: Ein System aus Blasdüsen, mechanischer Einzelseparierung und Vakuumbändern ermöglicht die sichere Vereinzelung und den Transport von Aluminiumplatinen ohne Produktivitätsverlust. Zusätzlich wird das System, durch den Einsatz eines sogenannten ‚Universal Tooling‘-Konzepts optimiert, wodurch eine noch bessere Effizienz möglich ist. Durch die Kombination einer optischen Teileerfassung mit einer hochflexiblen servomotorisch-gesteuerten Zentrierstation werden manuelle Anschläge überflüssig. Dies erlaubt die prozesssichere Handhabung des gesamten Teilespektrums. Ein entscheidender Faktor für die dauerhafte Performance der Anlage ist die auch die hohe Fertigungstiefe der Güdel AG. Ganz im Sinne der bekannten schweizer Präzision, stammen essentielle Komponenten wie Zahnstangen, Ritzel, Getriebe und Linearführungen aus der eigenen Fertigung. Diese direkte Kontrolle über die Antriebselemente garantiert höchste Qualität und Zuverlässigkeit im dynamischen Betrieb.

Joël Burkhard

Joël Burkhard

GÜDEL Press Automation

Schwerpunkt: Jedes Teil ein Gutteil – Qualität als oberstes Gebot

Mit generativer KI unterstützte Oberflächenfehler-Detektion unterschiedlicher Bauteile in der Serienproduktion

  • Vortragsbeschreibung

    Bei der Umformung von Halbzeugen in der Serienproduktion ist die zuverlässige und vollständige Inspektion der Bauteile auf Oberflächenfehler und Maßhaltigkeit ein wichtiger Faktor für die Qualitätssicherung. Automatische optische Inspektionssysteme (AOI) auf Basis von KI-Modellen (im Folgenden als Inspektionsmodell bezeichnet) bieten dafür eine effiziente und kostengünstige Lösung. Neben der Vielfalt der Bauteilgeometrien stellt die Erkennung von Defekten, von denen nur wenige Musterteile vorliegen (bspw. selten auftretende Oberflächenfehler), eine Herausforderung dar, da für das Training von Inspektionsmodellen eine große Anzahl an repräsentativen Fehlerbildern benötigt wird. In der Praxis ist es aber oft schwierig oder unmöglich, genügend Musterteile zu sammeln. Dies ist einer der Hauptgründe dafür, dass sich AOI Systeme mit KI-Unterstützung trotz des enormen Potentials in der Qualitätssicherung von Oberflächenfehlern bisher kaum durchgesetzt haben. 


    In dem Vortrag wird gezeigt, wie diese Herausforderung durch den Einsatz eines generativen KI-Modells gelöst werden kann, bei dem die zum Training benötigten Bilddaten der Fehlerteile selbst synthetisch erzeugt werden. Das generative KI-Modell wurde dabei auf Basis von nur wenigen realen Bildern von Fehlerteilen trainiert. Es lernt, die Merkmale der Oberflächenfehler zu erkennen und – das ist der entscheidende Schritt – neue, plausible Bilder von Fehlern zu erzeugen. Dadurch wird der Trainingsdatensatz des Inspektionsmodells erweitert und die Erkennungs- und Klassifikationsgüte verbessert. Dieser Trainingsdatensatz kann für unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt werden. Im Vortrag wird die Flexibilität des Ansatzes gezeigt, da dieser bei diversen optischen Inspektionssystemen zur Erhebung der Bilddaten erfolgreich genutzt wird. So wird anhand des Einsatzes eines Freifall-Systems aufgezeigt, wie anwendungsnah diese Kombination aus flexiblen Inspektionssystem und generativer KI ist. Als Beispiele werden Untersuchungen an Bauteilen mit unterschiedlichen Größen, Geometrien und Beschichtungen vorgestellt. Es werden vielfältige Oberflächenfehler untersucht, u.a. Kratzer, Grate, Beschichtungsfehler und Farbnuancen.

Andreas Hofmann

Andreas Hofmann

Fraunhofer IPM

Prozesssicherheit und Effizienz durch modulares Inline-Monitoring

  • Vortragsbeschreibung

    Steigende Qualitätsanforderungen, kürzere Taktzeiten und zunehmende Variantenvielfalt stellen moderne 

    Produktionsprozesse vor große Herausforderungen. Eine zuverlässige und zugleich flexible Inline-Überwachung 

    ist dabei ein entscheidender Faktor für Prozesssicherheit und Effizienz.


    Der Vortrag zeigt, wie modulare Machine-Vision-Systeme eine lückenlose Inline-Überwachung direkt im 

    Produktionsprozess ermöglichen. Anhand praxisnaher Beispiele und aktueller Entwicklungen wird erläutert, wie 

    visuelle Prüfsysteme Fehler frühzeitig erkennen, Ausschuss reduzieren und Stillstände minimieren – ohne den 

    Produktionsfluss zu beeinträchtigen.


    Der modulare Aufbau der Systeme erlaubt eine einfache Anpassung an unterschiedliche Prüfaufgaben, 

    Produktvarianten und Produktionsumgebungen. Dadurch lassen sich sowohl bestehende Anlagen nachrüsten 

    als auch neue Produktionslinien zukunftssicher auslegen. Ergänzend wird aufgezeigt, wie die gewonnenen 

    Bild- und Prozessdaten zur kontinuierlichen Prozessoptimierung und Qualitätssicherung genutzt werden können.


    Der Vortrag richtet sich an Produktionsverantwortliche, Qualitätsmanager und Automatisierungsexperten, die ihre 

    Prozesse transparenter, stabiler und effizienter gestalten möchten – mit skalierbaren Inline-Überwachungslösungen

    aus der Praxis.

Michael Selent

Michael Selent

Selmatec Systems

Schwerpunkt: Dreh- und Angelpunkt Werkzeug

Next Level Finishing im Werkzeugbau: KI-Robotik und smarte Endeffektoren automatisieren das händische Schleifen von komplexen Einzelformen

  • Vortragsbeschreibung

    Presswerkzeuge für Karosseriebleche müssen nach dem Fräsen geschliffen werden, um Rauigkeiten und Welligkeiten auf der Formoberfläche zu glätten. In der industriellen Praxis erfolgt dieses Finishing bis heute überwiegend manuell mit einfachen Schleifsteinen. Zwar existieren seit Jahren Automatisierungsansätze, diese scheitern jedoch häufig an der hohen Prozesskomplexität. Der erfahrene Werkzeugmacher plant und korrigiert die Schleifbahn während der Bearbeitung selbständig. Dank seiner feinfühligen Motorik – insbesondere im Handgelenk – führt er den Schleifstein stets senkrecht und verkippungsfrei zur beliebig gekrümmten Oberfläche und beurteilt visuell die Oberflächengüte, um über die weitere Bearbeitung zu entscheiden.

    Zur technischen Nachbildung dieser menschlichen Fähigkeiten wurde im Rahmen eines von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Projekts eine Lösung entwickelt, die im Labor der Hochschule München aufgebaut und im Werkzeugbau der BMW Group unter Betriebsbedingungen validiert wird. Die entwickelte Systemlösung umfasst eine integrierte Roboterzelle, adaptive Endeffektoren zur jederzeit verkippungsfreien, senkrechten Krafteinleitung in die Freiformoberfläche, ein KI-gestütztes Computer-Vision-System zur Bewertung des Oberflächenzustands sowie einen intelligenten Algorithmus zur automatischen Generierung der Roboterbahn auf Basis einer Oberflächensegmentierung. Der Beitrag stellt die Lösung sowie deren Potenziale für den industriellen Einsatz im OEM-Werkzeugbau vor.

Professor Marc Lotz

Prof. Dr. Marc Lotz

Hochschule München

Thomas Stopfinger

Mittagspause und Besuch der Fachausstellung

Partner-Session

Simulation-Driven Tooling – Werkzeugkonstruktion neu gedacht:

Ein digitaler Workflow für effiziente Werkzeuge, starke globale Zusammenarbeit und reduzierte Kosten

  • Vortragsbeschreibung

    In diesem Vortrag wird ein digitaler Workflow vorgestellt, der die Effizienz in der Umformung signifikant steigert. Ziel ist es, die Komplexität der Werkzeugkonstruktion zu reduzieren und von der Layoutphase über Methoden- und Durchlaufplanung bis hin zur Detailkonstruktion direkt in die Serienfertigung zu gelangen – durch die durchgängige, in die Konstruktion integrierte Nutzung von 3D-Daten aus Werkzeug- und Anlagentechnik.

    Besonders relevant ist dabei die globale Vernetzung von Entwicklungsteams, die unterschiedliches Fertigungs-Know-how einbringen und auf einfache, visuelle Kommunikationsmittel angewiesen sind. Klassische Methoden wie Freigängigkeitskurven sind komplex, fehleranfällig und liefern oft erst spät verlässliche Erkenntnisse, sodass spätere Änderungen an der Konstruktion zeit- und kostenintensiv werden. Früh in der Layoutphase können Anpassungen hingegen unkompliziert umgesetzt werden, ohne dass sich dies signifikant auf Projektzeit oder -kosten auswirkt.


    Der digitale Ansatz ermöglicht einen geradlinigen und verständlichen Workflow mit heute bereits produktiv eingesetzten Tools. Die Layoutphase beginnt mit der Umformmethode, welche die Werkzeugstufen, Teilelage und Maschinen definiert und berücksichtigt mögliche Backup-Anlagen. Softwaregestützte Analysen reduzieren Schnittschläge, optimieren die Stößelkippung und liefern zudem Erkenntnisse zum Kraftaufbau und Arbeitsvermögen – Grundlagen für eine verbesserte Energie- und Umweltbilanz.

    Ein zentraler Vorteil ergibt sich aus dem Einsatz eines 3D-Bauraums anstelle klassischer Freigängigkeitskurven. Aus den 3D-Geometrien der Greifer sowie deren Positionen und den Bewegungskurven von Presse und Transfer wird ein einmalig zu positionierender Bauraum erstellt. In der Solid- und Detail-Konstruktion müssen die Konstrukteure lediglich sicherstellen, dass keine Konturen in diesen Bauraum eindringen. Dies reduziert Zeitaufwand und Fehlerpotenzial deutlich und vereinfacht dank der klaren, visuellen Darstellung die Teamkommunikation erheblich.

    Abschließend erlaubt die kinematische Transfersimulation der finalen Werkzeugkonstruktion die exakte Positionierung von Greifern, Anbindungen und Sensorik. Pressen- und Einstellwerte stehen vor Inbetriebnahme bereit, die Einrichtzeit wird minimiert, Umbauten sind nicht mehr notwendig und folgt damit einem klaren First-Time-Right-Ansatz.

Laser-Auftragschweißen im Werkzeug- und Formenbau – High-Tech-Beschichtungen für längere Standzeiten und höhere Effizienz

  • Vortragsbeschreibung

    Werkzeuge und Formen in der Umformtechnik sind täglich hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt. Verschleiß, Werkzeugwechsel und Stillstandszeiten wirken sich unmittelbar auf Effizienz, OEE und Kosten aus. In meinem Vortrag zeige ich, wie Laser-Auftragschweißen gezielt eingesetzt werden kann, um Werkzeuge und Formen wirtschaftlich zu optimieren, zu reparieren und an die Anforderungen im Einsatz anzupassen – mit dem Ziel, Standzeiten zu erhöhen und ungeplante Stillstände zu reduzieren. Auf Basis unserer langjährigen Praxis stelle ich konkrete Anwendungen aus dem Werkzeug- und Formenbau vor. Dazu zählen Umform- und Tiefziehwerkzeuge, Presseinsätze für Warm- und Kaltumformung, Stanzwerkzeuge sowie gezielte Geometrieänderungen an bestehenden Werkzeugen. Ich erläutere, wie sich hochbelastbare Werkstoffe präzise und lokal auf funktionale Bereiche auftragen lassen – mit unterschiedlichen Eigenschaften je nach Belastungszone. Mein Vortrag wird zeigen, wie sich durch erhöhte Härte, verschleißoptimierte Oberflächen und – wo sinnvoll – verbesserte Wärmeableitung die Standzeiten von Werkzeugen deutlich verlängern lassen. Für Anwender bedeutet dies eine längere Verfügbarkeit der Werkzeuge auf der Maschine, reduzierte Wartungs- und Rüstzeiten sowie kürzere Zykluszeiten durch stabilere Prozesse und optimiertes thermisches Verhalten. Die hohe Konturtreue ermöglichen zudem eine wirtschaftliche Fertigbearbeitung mit minimaler Bearbeitungszugabe. Ergänzend gehe ich auf Anwendungen aus der Reparatur und Instandhaltung von Komponenten in Presswerken ein, die hauptsächlich Ansprechpartner aus dem Servicebereich betreffen. Abschließend gebe ich einen Ausblick auf unser aktuelles Forschungsprojekt zur Entwicklung neuer Zusatzwerkstoffe für noch höhere Effizienz und Standzeiten im Werkzeug- und Formenbau. Der Vortrag richtet sich an Entscheider, Werkzeug- und Formenbauer sowie Verantwortliche aus Presswerken, die das volle Potenzial ihrer Werkzeuge nachhaltig ausschöpfen möchten.

Lennard Vogel

Lennard Vogel

Huber Tec

Schwerpunkt: Automation und Handling – Wenn es prozesssicher und schnell gehen muss

Vom Bedienerprozess zum autonomen Biegefluss: Effizienzsprung durch Automation

  • Vortragsbeschreibung

    Mit der neuesten Generation an Bystronic-Biegemaschinen und vernetzten Automationslösungen wird das Abkanten vom manuellen Bedienerprozess zum durchgängigen, autonomen Produktionsfluss. Intelligente Sensorik, automatische Werkzeugwechsel und digitale Assistenzsysteme sorgen dafür, dass Qualität und Wiederholgenauigkeit unabhängig von Erfahrungsniveau erreicht werden. Durch die Integration von Biegeautomation, Materialhandling und Software entsteht ein stabiler Hochleistungsprozess – selbst bei kleinen Losgrößen und häufigen Variantenwechseln. So lassen sich Engpässe reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen und Produktionskosten nachhaltig senken. Der Weg zur smarten, effizienten Umformfertigung beginnt mit dem Schritt zur autonomen Biegezelle von Bystronic.

Mögen die Spiele beginnen – finden Sie Ihren Memorypartner!

Und nach getaner Arbeit:

Kaffeepause und Besuch der Fachausstellung

Elektrische Transporter in der Umformtechnik – Effizienzsprung durch präzise, flexible und energieoptimierte Teilebewegung

  • Vortragsbeschreibung

    In seinem Fachvortrag geht Steffen Domay auf die Herausforderungen moderner Presswerke ein, insbesondere dort, wo sie durch Anforderungen an die eingesetzten Werkzeuge geprägt werden. Er zeigt auf, welche technischen Lösungsansätze auf Komponenten- und Konstruktionsebene dazu beitragen können, Effizienz, Prozessstabilität und Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

    Durch seine internationale Tätigkeit und den kontinuierlichen Austausch mit Werkzeugbauern, Anwendern und Produktionsstandorten weltweit bringt er eine praxisnahe, realistische Perspektive ein. Der Vortrag richtet sich an Fachbesucher, die Effizienz im Presswerk aus der Sicht der eingesetzten Stanzwerkzeuge und deren Komponenten besser verstehen möchten.

Steffen Domay

Steffen Domay

FIBRO Normalien

Machine-as-a-Service bei automatisierten Biegezellen: der Schlüssel zu Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit

  • Vortragsbeschreibung

    Automatisierte Kantbänke sind bislang die Ausnahme. Klassische Automatisierung rechnet sich meist nur bei hohen Stückzahlen oder wiederkehrenden Teilen – Anforderungen, die in der Praxis selten erfüllt werden. Hinzu kommen oftmals zeitaufwendiges Teachen und manuelle Qualitätskontrollen, die den Fachkräftemangel nicht ausreichend kompensieren.

    Mit dem Machine-as-a-Service-Angebot von Blechnext verändert sich dieses Bild grundlegend: Blechnext übernimmt die NC-Programmierung und Überwachung der Biegezelle über das Internet. Der Vortrag zeigt, wie durch offline NC-Programmierung und Simulation neue Teile nach wenigen Minuten produktionsbereit sind. Durch den vollen Zugriff auf die Biegezelle über das Internet können kleine Störungen direkt behandelt werden und die Laufzeit der Anlage steigt spürbar und verlässlich an, ohne Personaleinsatz vor Ort. So werden wettbewerbsfähige Stundensätze bereits ab Losgrößen von 30 bis 50 Stück realisierbar. Im Vortrag wird zuerst die Technik dafür grob vorgestellt und dann anhand von Videos vorgeführt.

    Ein integrierter 3D-Laserscanner übernimmt die Qualitätskontrolle und stellt sicher, dass Biegewinkel und Schenkellängen innerhalb der Toleranzen bleiben – beim ersten Teil und auch bei großen Serien. Das Ergebnis: eine hochgradig effiziente Automatisierung, die zwei Schichten und bei geeigneten Teilen sogar ganze Wochenenden ohne Personal abdeckt.

    Der Vortrag verdeutlicht, wie Unternehmen durch Machine-as-a-Service einen risikoarmen Einstieg in die Biegeautomatisierung finden, die durch die Kombination aus OEE-Optimierung, Qualitätssicherung und Flexibilität einmalig ist.

Frederick Struckmeier

Frederick Struckmeier

BLECHNEXT (Pioneer Light Technology)

Schwerpunkt: Gut geölt ist halb gewonnen

Smart Forming needs smart Friction – Tribologie auf den Punkt gebracht

  • Vortragsbeschreibung

    Die Blechumformung steht heute vor vielfältigen Herausforderungen – von steigenden Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit über den zunehmenden Fachkräftemangel bis hin zur Notwendigkeit, mit immer kleiner werdenden Losgrößen wirtschaftlich zu produzieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Tribologie, also die Wissenschaft von Reibung, Schmierung und Verschleiß. Um die Prozesssicherheit zu erhöhen, gewinnt der gezielte Einsatz von Schmierstoffen sowie die präzise Steuerung der Reibungsverhältnisse im Presswerk zunehmend an Bedeutung.


    Die tribologischen Bedingungen im Umformprozess sind hochkomplex und werden von zahlreichen Einflussgrößen bestimmt, darunter die Wahl des Schmierstoffs (unter Berücksichtigung der Kompatibilität mit Folgeprozessen), die Oberflächenbeschaffenheit von Werkzeugen und Blechen sowie technologische Parameter wie Umformgeschwindigkeit und Temperatur. Fehlerhafte tribologische Bedingungen bergen ein erhebliches technisches Risiko, da sie zu Qualitätsmängeln oder zu Schäden an Werkzeugen und Bauteilen führen können. Ein innovativer Ansatz zur Prozessverbesserung liegt daher in der detaillierten Analyse dieser Einflussfaktoren mithilfe moderner Prüfmethoden. Vorgestellt wird unter anderem der Einsatz einer Prüfeinrichtung zur Bestimmung von Reibwerten sowie die Übertragung dieser Daten in die Blechumformsimulation.


    Ergänzend wird die neue Düsentechnologie von Raziol, die sogenannte „Einstein“-Düse, präsentiert. Diese ermöglicht eine hochpräzise Schmierstoffapplikation durch eine optimale Düseneinstellung in Abhängigkeit der geforderten Auftragsmenge. Neben einer vollautomatischen Kalibrierung erlaubt die Technologie eine gezielte Steuerung des Beölungsbildes, wodurch auch große Mengenunterschiede innerhalb eines Beölungsmusters realisierbar sind. Damit leistet die „Einstein“-Düse einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung des Schmierstoffauftrags und zur Steigerung der Produktionseffizienz. Ergänzend wird die Kombination der Beölungseinheit mit der zunehmend eingesetzten Schwertbürstenreinigung sowie mit Verfahren zur Ölauflagenmessung aufgezeigt, die als wesentliche Bausteine der Qualitätssicherung im automobilen Presswerk gelten.


    Abschließend wird ein Ausblick auf Methoden und Visionen gegeben, wie der bislang notwendige hohe technische Sachverstand bei der Erstellung von Beölungsbildern künftig unterstützt werden kann. Ziel ist es, Fertigungsprobleme wie Riss- oder Faltenbildung frühzeitig zu erkennen und gezielte Optimierungsmaßnahmen abzuleiten. Die Kombination aus fundierter tribologischer Analyse, innovativer Applikationstechnologie und simulationsgestützter Prozessunterstützung stellt eine ganzheitliche Lösung für die Blechumformung dar. Sie unterstützt Unternehmen dabei, steigende Qualitätsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig nachhaltig sowie energieeffizient zu produzieren. Auf diese Weise kann das volle Potenzial der Umformprozesse ausgeschöpft und die Grundlage für eine zukunftsfähige Produktion im Presswerk geschaffen werden.

Closing und Auslosung der Memory-Gewinner sowie Get-together

Frauke Finus

Leitende Redakteurin blechnet

Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt 

* Änderungen vorbehalten